Die Wohnung - Eingang Johannisgasse



Für Carlfriedrich Claus, der am 4. August 1930 in Annaberg geboren wurde, war die Wohnung in der Johannisgasse über Jahrzehnte Arbeits- und Lebensort. Hier ent-standen seine Sprachblätter und Tondokumente, hier traf er sich aber auch mit Freunden, Bekannten und Künstlerkollegen.
Dem Erbe von Carlfriedrich Claus verpflichtet, wurde im Januar 2004 der Förderver-ein "Carlfriedrich Claus - Lebens- und Arbeitsort in Annaberg-Buchholz" gegründet. Er hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die ehemalige Claussche Wohnung bis zu seinem 75. Geburtstag in einen Studienraum umzugestalten und der Öffentlichkeit zugängig zu machen.
Mit viel Engagement und steter Unterstützung durch die Stadt Annaberg- Buchholz wurde das Vorhaben nach der Konzeption der Firma Kreißl- Design realisiert.

An dieser Stelle sollen dem Leser dieser Seiten Einblicke über das Umbaugeschehen an der Fassade des Hauses bzw. in der Wohnung - Eingang Johannisgasse gegeben werden.
Es sind teilweise Details vor und nach der Sanierung zu sehen.




Hier mussten die Spuren der durch-feuchteten Wohnungs-Außenwand bzw. die Überreste der entfernten Zim-
mer-Trennwände beseitigt werden.


Folgende Mittel kamen zum Einstz: Fördermittel
Sponsorenleistungen
Leihgaben
Eigenmittel / Eigenleistungen
36.840,00 Euro
7.148,00 Euro
12.304,00 Euro
9,778,00 Euro


Im Rahmen des Festaktes zum 75. Geburtstag  von Carlfriedrich Claus am 4. Au-
gust 2005 sagte die  Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Annaberg-Buch-
holz und Vorsitzende des Fördervereines, Barbara Klepsch, u.a. folgendes:


"... Diese Wohnung, die - wie Claus selbst zugab -"alles andere als schön" war und sich jeder bürgerlichen Annehmlichkeit verweigerte, bot für den Künstler dennoch "als Stätte konzentrierter Arbeit ... unvergleichlich gute Arbeitsbedingungen" (Claus) und wurde zum Start- und Landeplatz seiner Gedan-
kenexperimente.
Trotz aller Enge konnte Carlfriedrich Claus hier seinen weiten künstlerischen und philosophischen Kosmos entfalten, hier war der Raum, in dem er sein Leben mit äußerster Konsequenz als Experiment gestaltete.

... Seine Kunst, deren Bedeutung bereits früh international erkannt und dort in den renommiertesten Galerien und Museen gezeigt wurde, erfuhr in der DDR offizielle Missachtung und wurde als "subjektivistisch" herabgewürdigt. Der als unbequem empfundene Künstler wurde als "feindlich-negative" Person misskreditiert, bespitzelt und behindert - Arbeiten und Briefe verschwanden. Trotz dieser für ihn deprimierenden Behandlung gab Carlfriedrich Claus seine große Utopie von der kommunistischen Zukunft nie auf.

... Carlfriedrich Claus war ein hoch sensibler Geist, kein Bereich in Wissen-
schaft, Literatur, Philosophie und Politik, der ihn nicht interessierte. Dabei war er als Mensch bescheiden und von großer Güte, der sich über kleine Sachen, ein freundliches Wort freuen konnte und  immer wieder gegen  Resigna-
tion ankämpfte.
Ehrungen waren ihm unbehaglich, große Feiern bedeutungslos. Aber er wünschte sich - zu Recht - die Achtung seiner Person und die vorurteilsfreie Auseinan-
dersetzung mit seiner  Kunst, die er als einen Gesprächsvorschlag an das Pub-
likum verstand.

Als Stadt Annaberg-Buchholz wollen wir uns auch in Zukunft daran messen lassen, welchen Umgang wir mit dem Werk von Carlfriedrich Claus pflegen. Das bedeutet auch,  die Freiheit des Denkens und des Andersdenkenden zu verteidi-
gen, keine geistige Provinz sondern tolerant und offen zu sein. In diesem Sinne stehen wir Carlfriedrich Claus in der Pflicht."



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