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Im Rahmen des Festaktes zum 75. Geburtstag von Carlfriedrich Claus am
4. Au- gust 2005 sagte die Oberbürgermeisterin der
Großen Kreisstadt Annaberg-Buch- holz und Vorsitzende des
Fördervereines, Barbara Klepsch, u.a. folgendes:
"... Diese Wohnung, die - wie Claus selbst zugab -"alles andere
als schön" war und sich jeder bürgerlichen Annehmlichkeit
verweigerte, bot für den Künstler dennoch "als Stätte
konzentrierter Arbeit ... unvergleichlich gute Arbeitsbedingungen"
(Claus) und wurde zum Start- und Landeplatz seiner
Gedan- kenexperimente.
Trotz aller Enge konnte Carlfriedrich Claus hier seinen weiten
künstlerischen und philosophischen Kosmos entfalten, hier war der
Raum, in dem er sein Leben mit äußerster Konsequenz als
Experiment gestaltete.
... Seine Kunst, deren Bedeutung bereits früh international
erkannt und dort in den renommiertesten Galerien und Museen gezeigt
wurde, erfuhr in der DDR offizielle Missachtung und wurde als
"subjektivistisch" herabgewürdigt. Der als unbequem empfundene
Künstler wurde als "feindlich-negative" Person misskreditiert,
bespitzelt und behindert - Arbeiten und Briefe verschwanden. Trotz
dieser für ihn deprimierenden Behandlung gab Carlfriedrich Claus
seine große Utopie von der kommunistischen Zukunft
nie auf.
... Carlfriedrich Claus war ein hoch sensibler Geist, kein Bereich in
Wissen- schaft, Literatur, Philosophie und Politik, der ihn nicht
interessierte. Dabei war er als Mensch bescheiden und von großer
Güte, der sich über kleine Sachen, ein freundliches Wort
freuen konnte und immer wieder gegen Resigna- tion ankämpfte.
Ehrungen waren ihm unbehaglich, große Feiern bedeutungslos.
Aber er wünschte sich - zu Recht - die Achtung seiner Person und
die vorurteilsfreie Auseinan- dersetzung mit seiner Kunst, die er als
einen Gesprächsvorschlag an das Pub- likum verstand.
Als Stadt Annaberg-Buchholz wollen wir uns auch in Zukunft daran
messen lassen, welchen Umgang wir mit dem Werk von Carlfriedrich Claus
pflegen. Das bedeutet auch, die Freiheit des Denkens und des
Andersdenkenden zu verteidi- gen, keine geistige Provinz sondern
tolerant und offen zu sein. In diesem Sinne stehen wir Carlfriedrich
Claus in der Pflicht."
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